Chronik

100 Jahre Geflügelzuchtverein Lichtentanne u. Umg. e. V.

Im Herbst des Jahres 1904 fanden sich unter der Führung von Herrn Paul Lemmrich 35 Herren aus Marienthal zusammen, um ihren gemeinsamen Hobby der Geflügelzucht einen ordentlichen Rahmen zu geben. Hatten sie bisher nur als Einzelpersonen dieser Leidenschaft gefröhnt, so wollten sie fort an in ihrem Stadtteil einen ordentlichen und registrierten Verein gründen und unter dessen Obhut ihrem Hobby nachgehen.

Im März 1905 waren dann alle Formalitäten wie Statut, Geschäftsordnung und amtsgerichtliche Registrierung bei den Ämtern der Stadt Zwickau erledigt.

Von nun an traten diese ehrenwerte Herren als Geflügel-Züchter-Verein Zwickau-Marienthal in der Öffentlichkeit auf und entwickelten verschiedene Aktivitäten, so dass der Verein schnell an Größe gewann.

Die Gründer und neuen Mitglieder waren Geschäftsleute, Beamte und Groß-Bauern

Ähnliche Aktivitäten entwickelten sich im Umland der Stadt Zwickau. So gründete sich 1924 in Lichtentanne, damals noch mit dem dazugehörigen Ortsteil Brand ebenfalls ein Geflügelzuchtverein.

Es wurden Versammlungen, Vereinsfeiern und die ersten Ausstellungen in beiden Vereinen organisiert. So wuchs das Interesse in beiden Orten an der organisierten Geflügelzucht und somit auch ihre Mitgliederzahlen.

Rissen die beiden Weltkriege auch Lücken in die Reihen der Mitgliedschaft in beiden Vereinen, so wuchs aber auch in den Folgejahren das Interesse an der Geflügelzucht schon aus dem Grund der Selbstversorgung durch leistungsstarke und schöne Hühnerrassen bei den Menschen. Gleichzeitig boten die Vereine auch den Rahmen für gemütliche Stunden nach der harten Arbeit. Durch die Industrialisierung in Zwickau und dem Umfeld konnten sich jetzt auch andere Bevölkerungsschichten mit der Rassegeflügelzucht beschäftigen. So können wir im Kassenbuch von Marienthal in den 50-ziger Jahren Mitgliederzahlen von über 90 Mitglieder finden. Nicht ganz so zahlreich, aber auch um die 50 Mann waren es in Lichtentanne. 

Mit den Jahren nahmen aber aus verschiedenen Gründen die Mitgliederzahlen in beiden Vereinen immer mehr ab und es wurde immer komplizierter Vereinsschauen und andere Aktivitäten zu organisieren.

Durch den Besuch von Ausstellungen kannten sich die Mitglieder der Vereine untereinander und so manches Zuchttier wurde ausgetauscht. Da dies auf ehrlicher Basis zwischen den Mitgliedern aus beiden Vereinen geschah konnte auch 1989 die erste gemeinsame Ausstellung im Klubhaus „ Karl Marx „ auf dem Brückenberg in Zwickau organisiert werden.

Alles klappte in der Zusammenarbeit bestens nur die Besucher blieben im November dieses bedeutsamen Jahres natürlich aus.

Nach dem sich die ersten Wogen nach der Wende gelegt hatten fanden sich die Aktivsten beider Vereine wieder zusammen und legten den Grundstein für die nächste gemeinsame Schau im Jahre 1993 in der ehemaligen Kammgarnspinnerei Silberstrasse Werk Lichtentanne.

Es wurde die Kreisschau des KV Zwickau mit der Sonderschau der Dt. Modeneser Gr. Sachsen im Kultursaal durchgeführt. Die gemeinsamen Stunden bei der Arbeit für die Vorbereitungen dieser und der folgenden Ausstellungen brachten unsere zahlenmäßig geschwundenen Vereine näher und so wuchs der Entschluss einen gemeinsamen Verein zu bilden.

Der Lichtentanner Verein wurde aufgelöst, alle Mitglieder traten dem Verein Marienthal bei und gemeinsam wurde eine neue Satzung und der Name Lichtentanne und Umgebung geschaffen. So wurde aus zwei Vereinen mit je 15 Mitgliedern wieder ein arbeitsfähiger neuer Verein geschaffen und damit die Grundlage für dass Überleben und größere Aktivitäten in der Vereinsarbeit gelegt.

Danken wir heute den damaligen Gründern für die ersten Schritte unseres Zuchtvereines und hoffen wir das unsere Nachfolger auch noch diesem schönen Hobby der Zucht und Haltung von edlem Rassegeflügel weiter fröhnen können.

Marcel

Ich finde die Seite auch sehr interessant. Tolle Geschichte. Wenn ich nicht so weit weg wohnen würde, würde ich gerne in euren Verein eintreten wollen.

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